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Stromausfall: Reicht die Powerbank oder brauchst du eine Powerstation?

Für Handy, USB-Licht und einen passenden Router kann bei einem kurzen Ausfall eine große Powerbank reichen. Für länger benötigte Geräte an der Steckdose brauchst du eher eine Powerstation, deren nutzbare Energie und Anlaufleistung zum Kühlschrank passen.

Jonas Lindberg

Veröffentlicht · Aktualisiert

Stromausfall: Reicht die Powerbank oder brauchst du eine Powerstation?
Tragbare Powerstation versorgt bei einem Stromausfall im Winter eine Lampe

Der Strom fällt aus, und dein erster Blick geht zum Kühlschrank. Lass die Tür zu. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, Kühlgeräte bei einem Stromausfall möglichst geschlossen zu halten; eine feste Zeitgrenze nennt es nicht. Als grober Anhaltspunkt gelten in US-Empfehlungen für einen ungeöffneten Kühlschrank etwa vier Stunden. Bei einem kurzen Ausfall bleibt der Akku damit womöglich für Handy und Licht frei.

Bei vier Stunden Stromausfall reicht oft eine Powerbank

Geht es nur um ein Handy und eine USB-Leuchte, ist eine große Powerbank die leichtere und einfachere Wahl. Ein passendes Notebook kann sie ebenfalls laden. Eine Powerstation lohnt sich, wenn Geräte mit normalem Netzstecker länger laufen sollen, vor allem ein Kühlschrank. Sind die Handys schon geladen und kommt der Strom zurück, während der Kühlschrank noch ausreichend kalt ist, brauchst du vielleicht gar keinen neuen Akku.

Auf dem Etikett steht mehr als nutzbar ist

Watt (W) beschreibt, wie viel Leistung ein Akku gleichzeitig abgeben kann. Wattstunden (Wh) sagen ungefähr, wie lange er durchhält. Eine Powerbank mit 20.000 mAh speichert bei einer typischen Zellspannung von 3,7 V rechnerisch etwa 74 Wh. Nach Umwandlungsverlusten kommen über USB ungefähr 52 bis 59 Wh an. In einem unabhängigen Test von acht Powerstations lag die nutzbare Kapazität im Schnitt 10 bis 15 Prozent unter der Angabe. Die folgenden Rechnungen setzen bei allen Powerstation-Größen 85 Prozent der Nennkapazität an, auch außerhalb der getesteten Größen. Das sind Planungswerte: Alter des Akkus, Temperatur und genutzter Ausgang verändern das Ergebnis.

BeispielverbraucherPowerbank mit 20.000 mAhPowerstation mit 250 WhPowerstation mit 1 kWhPowerstation mit 2 kWhFazit
Eine USB-Leuchte mit 5 WEtwa 10 bis 12 StundenÜber USB längerÜber USB viele Dutzend StundenNoch mehr ReserveFür einen kurzen Ausfall reicht die Powerbank
Router mit 10 WEtwa 5 bis 6 Stunden bei passendem GleichstromanschlussEtwa 21 Stunden, ohne hohe Leerlaufverluste am WechselstromausgangBis zu etwa 85 Stunden, ohne hohe Leerlaufverluste am WechselstromausgangMehr Energie, aber Leerlaufverbrauch prüfenOb die Powerbank taugt, entscheidet der Anschluss
Router und zwei Leuchten, zusammen 30 WEtwa 2,5 bis 3 Stunden, wenn alle über USB oder Gleichstrom laufenEtwa 7 StundenEtwa 28 StundenEtwa 57 StundenFür längere Ausfälle ist die Powerstation gedacht
Kühlschrank mit 360 kWh JahresverbrauchKeine übliche USB-LösungKompressor springt womöglich nicht anEtwa 21 Stunden, wenn er anspringtEtwa 41 Stunden, wenn er anspringtZuerst die Anlaufleistung prüfen
Heizlüfter mit 1.500 WNeinÜbersteigt meist die AusgangsleistungEtwa 34 Minuten bei ausreichender AusgangsleistungEtwa 68 Minuten bei ausreichender AusgangsleistungFür eine Nacht Wärme reicht beides nicht

Die Werte sind Beispiele, keine Angaben für deine Geräte. Beim Wert für Router und Leuchten setzt die Rechnung zudem voraus, dass alle drei an die Anschlüsse der Powerbank passen. Normale Lampen mit Netzstecker tun das nicht. Als erste Näherung teilst du die nutzbaren Wh durch die durchschnittliche Leistung in W. Danach zählt, welche Leistung die Geräte gleichzeitig brauchen. Kleine Verbraucher an den 230-V-Steckdosen einer Powerstation können deutlich früher ausgehen, als die Tabelle vermuten lässt.

Beim Router frisst womöglich der Wechselrichter am meisten

Bei einem kurzen Ausfall soll oft als Nächstes das WLAN weiterlaufen. Passt ein USB- oder Gleichstromanschluss, muss dafür nicht eigens der Wechselrichter der Powerstation eingeschaltet bleiben. Bei manchen getesteten Geräten verbrauchte allein der eingeschaltete Wechselstromausgang bis zu 30 W, während der Router in der Tabelle mit 10 W angesetzt ist. Kommen bei einer bestimmten Station zu Router und Leuchten (zusammen 30 W) noch 15 W Leerlauf hinzu, sinkt die Schätzung für 1 kWh von etwa 28 auf 19 Stunden. Das veranschaulicht den Leerlaufverbrauch; zieh ihn nicht noch einmal pauschal von jeder Kapazitätsangabe ab.

Powerstation versorgt einen Router über ein Gleichstromkabel
Powerstation versorgt einen Router über ein Gleichstromkabel

Spannung, Stecker und Polung des Routers müssen zum Akku-Ausgang passen. Ein beliebiges USB-Kabel mit Hohlstecker garantiert das nicht. Ein separates Glasfasermodem oder ein anderer Netzabschluss braucht ebenfalls Strom; außerdem kann die Verbindung beim Anbieter selbst ausfallen. Benötigt nur eines dieser Geräte eine Steckdose, beschreiben die fünf bis sechs Stunden der Powerbank nicht mehr die gesamte Internetverbindung. Auch die angenommenen 10 W sind zu prüfen: Für einen Router von BT werden im Betrieb 14,10 W angegeben. Bei einem Speedport oder Glasfaseranschluss zählen entsprechend die Angaben auf deinen Geräten.

Der Kühlschrank muss erst einmal anspringen

Bei einem längeren Ausfall wird der Kühlschrank wichtig. Stehen auf seinem Energielabel 360 kWh Jahresverbrauch, sind das im Tagesmittel rund 41 W. So entstehen die optimistischen 21 Stunden in der Tabelle, gerechnet mit 850 nutzbaren Wh aus einer Powerstation mit 1 kWh. Während der Kompressor läuft, zieht er mehr Strom; beim Anlaufen braucht er kurzzeitig noch deutlich mehr. Ein vorsichtiges Rechenbeispiel setzt 700 W im Betrieb und zusätzliche 2.200 W beim Start an, zusammen etwa 2.900 W. Das ist keine Leistungsangabe für jeden Kühlschrank.

Eine tragbare Powerstation versorgt einen Haushaltskühlschrank
Eine tragbare Powerstation versorgt einen Haushaltskühlschrank

Vergleiche die Leistungsaufnahme deines Kühlschranks im Betrieb und beim Anlaufen mit der Dauer- und Spitzenleistung der Powerstation. Zusätzliche Wh helfen nicht, wenn der Kompressor gar nicht startet. Auch ein beworbener Boost-Modus ist kein Beweis dafür, dass es klappt. Im genannten Test erreichten alle acht Stationen ihre angegebene Dauerleistung; entscheidend bleibt trotzdem dein Gerät. Türöffnungen, Abtauzyklen und der Verbrauch des Wechselrichters können die errechnete Laufzeit weiter verkürzen.

Selbst 2 kWh heizen kaum länger als eine Stunde

Ein Heizlüfter mit 1.500 W verbraucht bei voller Leistung 1,5 kWh pro Stunde. Selbst wenn der Wechselstromausgang stark genug ist, halten die angenommenen 850 nutzbaren Wh einer 1-kWh-Station nur etwa 34 Minuten. Bei 2 kWh und angenommenen 1.700 nutzbaren Wh sind es rund 68 Minuten. Eine passende Heizdecke braucht je nach Modell und Thermostat möglicherweise viel weniger Strom. Sie wärmt allerdings einen Menschen, kein Zimmer. Verwende sie nach Anleitung und überlege dir, wo du sicher Wärme findest, falls die Wohnung gefährlich auskühlt.

Für USB-Geräte nimm den kleineren Akku

Eine Powerbank mit etwa 20.000 bis 27.000 mAh passt zu Handys, USB-Leuchten und womöglich einem Notebook mit passendem Ladeanschluss. Getestete Modelle mit 20.000 mAh wiegen etwa 342 bis 450 g. Wenn du die Wohnung verlassen musst, lässt sich so ein Akku leichter mitnehmen. Manche Powerbanks haben zwar eine Steckdose. Aus einem Akku mit ungefähr 74 Wh wird dadurch aber keine Powerstation mit vergleichbarer Ausdauer.

Beim Notebook müssen die USB-C-Power-Delivery-Leistung eines einzelnen Anschlusses und das Kabel zum Gerät passen. Beworbene 220 W, die sich mehrere Anschlüsse teilen, bedeuten nicht, dass ein Anschluss allein 220 W liefert, schon gar nicht über eine Haushaltssteckdose. Für den Router gilt: Verlass dich erst auf die Stunden aus der Tabelle, wenn wirklich jedes benötigte Gerät an den Ausgängen der Powerbank läuft.

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Bei Steckdosen zählt die Leistung zuerst

Eine Powerstation mit 200 bis 500 Wh eignet sich für sparsame Lampen und Internetgeräte. An der Anlaufleistung eines Kühlschranks kann sie trotzdem scheitern. Etwa 0,7 bis 1,5 kWh sind für mehrere Stunden mit ausgewählten Geräten am Netzstecker sinnvoller, sofern die Station auch deren Motoren starten kann. Um 2 kWh verlängern die Laufzeit eines Kühlschranks oder versorgen weitere wichtige Geräte, wenn du den Akku wieder laden kannst. Mehr Kapazität bedeutet nicht automatisch mehr Dauer- oder Spitzenleistung. Typische Preise im September 2026 liegen bei etwa 17 bis 60 € für gängige große USB-Powerbanks, 150 bis 500 € für kleine Powerstations, 400 bis 800 € für die mittlere Größe und 720 bis 1.300 € für Stationen um 2 kWh.

Der Sprung bei der Kapazität kostet. Im September 2026 lagen Powerstations mit etwa 240 bis 288 Wh hierzulande typischerweise bei 150 bis 230 €, während verglichene Modelle unter 1 kWh etwa 190 bis 500 € kosteten. Dafür kaufst du mehr gespeicherte Energie, aber keine Garantie, dass dein Kühlschrank anspringt. Vergleiche ähnliche Modelle und den Lieferumfang, auch Solarpanels sind nicht immer dabei. Ein durchgestrichener Preis beweist noch kein Schnäppchen: Bei einer britischen Untersuchung von 175 Black-Friday-Angeboten waren 83 Prozent zwischen Mai 2024 und Mai 2025 zu einem anderen Zeitpunkt genauso günstig oder günstiger. Für Angebote in Deutschland helfen dir Hinweise der Verbraucherzentrale und Preisverläufe bei Vergleichsportalen. Probier die Notstromlösung aus, bevor du sie brauchst.

Addiere die Wattwerte aller Geräte, die zugleich laufen sollen, und berücksichtige danach den stärksten Motorstart. Übersteigt einer dieser Werte die passende Ausgangsleistung, brauchst du zuerst eine geeignete Powerstation, nicht bloß mehr Wh. Prüfe für deine Geräte Spannung und Frequenz sowie die Steckdose des konkreten Modells; für deutsche Haushaltsgeräte sind 230-V-Ausgänge im Schuko-Format üblich. Ein Reiseadapter ändert weder Spannung noch Frequenz. Für einen sparsamen Router sind außerdem der gemessene Leerlaufverbrauch am Wechselstromausgang und ein Ausgang wichtig, der eingeschaltet bleibt. Ladezeit und Hinweise zur Lagerladung gehören ebenfalls auf die Liste. „Solargenerator“ garantiert im Winter keinen vollen Akku; passende faltbare Solarpanels werden teils separat verkauft.

Im Winter kommt es auch darauf an, wo die Powerstation steht und geladen wird. Halte dich an die Temperaturgrenzen des jeweiligen Modells: Ein Gerät erlaubt die Entladung bei minus 10 bis 45 °C, das Laden aber nur bei 0 bis 45 °C. Ein geschlossenes Akkugehäuse macht frei liegende Steckdosen nicht wetterfest. Die Station muss trocken und belüftet stehen; für die Nutzung in Innenräumen gilt ihre Anleitung.

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Vier Fragen, die den Plan verändern

Wie oft lädt eine Powerbank mit 20.000 mAh mein Handy?

Die beworbenen mAh einfach durch die mAh deines Handys zu teilen, funktioniert nicht: Umwandlungsverluste und die Nutzung des Handys spielen mit hinein. Drei getestete große Powerbanks luden ein bestimmtes Testhandy mit 4.000 mAh jeweils 4,3- bis 5-mal. Bei dir kann es anders aussehen.

Wie lange bleiben Lebensmittel ohne Strom für den Kühlschrank kalt?

Das BfR rät, Kühlgeräte möglichst geschlossen zu halten; eine feste Stundenzahl für Kühlschrank oder Gefrierfach nennt es nicht. US-Empfehlungen nennen für eine volle, ungeöffnete separate Gefriertruhe etwa 48 Stunden, bei halber Füllung 24 Stunden. Ein Gefrierfach im Kühlschrank kann sich anders verhalten. Lass die Türen zu, nutze Gerätethermometer und richte dich beim Umgang mit Lebensmitteln nach den Hinweisen des BfR statt nach einer garantierten Laufzeit.

Kann eine Powerstation meinen Computer als USV absichern?

Dass eine Station beim Laden gleichzeitig Strom abgeben kann, verspricht noch keine unterbrechungsfreie Umschaltung. Eine Geräteanleitung nennt dafür 30 ms. Geht es dir vor allem darum, einen Neustart zu verhindern, vergleiche eine eigens dafür gedachte USV bei deiner tatsächlichen Last und prüfe ihre Umschaltzeit.

Lädt ein Solarpanel die Station beim Stromausfall im Winter wieder auf?

Nur wenn Anschluss sowie Spannungs-, Strom- und Leistungsgrenzen des Panels zum Solareingang der Station passen und genug Tageslicht vorhanden ist. Faltbare Solarpanels werden oft separat verkauft. Plane die Laufzeit wichtiger Geräte zunächst mit dem bereits geladenen Akku.

Das Fazit: zuerst die wichtigen Geräte absichern

Für einen kurzen Ausfall reicht eine große Powerbank für Handys, eine USB-Leuchte und einen vorher geprüften Router am Gleichstromanschluss. Müssen Geräte mit Netzstecker länger laufen, ist eine Powerstation um 1 kWh die passendere Wahl. Den Kühlschrank rechnest du erst ein, wenn geklärt ist, ob sein Kompressor damit anspringt. Raumheizung gehört nicht ins Akkubudget.

Dieser Artikel wurde mithilfe von KI gemäß den redaktionellen Standards unseres Teams erstellt.

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